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Von Primetime Entertainment/ Thomas Vorreyer und Marcel Strömer

Die Macher von Stay Krass über ihre Geschichte, Ziele und Musik. Alexander Jödecke, Frank Strömer und Stephan Loewe mögen vielleicht auf den ersten Blick wie eine zusammengewürfelte Gruppe erscheinen doch, als Bandformation „Stay Krass“ haben sie den Groove für sich gepachtet. Nach der diesjährigen Vinyl-Veröffentlichung „Encounter EP“ und unzähligen Liveauftritten legen sie nun richtig los. Dabei finden hier gleich mehrfach unterschiedliche Welten zueinander: Frank Strömer, der gemeinsam mit seinem Bruder Marcel Strömer deutschlandweit mit „FM Stroemer“ (Lovebomb Productions Germany) bekannt ist und schon Anfang der 90iger mit dem Motto „100% Pure House“ für Furore sorgte. Ein Urgestein der deutschen Houseszene, DJ & Musikproduzent, trifft auf den renommierten Magdeburger Techno-DJ Alex Jödecke (DJ Decline). Frank Strömer erlangte mit „FM Stroemer“ folgerichtig durch den Mega-Clubhit „Morning Light“ (Fuel Records/EastWest/Warner Music) im Jahre 1999 als Produzent bereits Goldstatus und setzte damit einen House-Klassiker der Superlative weltweit in die Erdumlaufbahn. Das Trio ergänzt sich auf der anderen Seite mit dem 21-jährigen Gitarristen Stephan Loewe, dessen musikalische Liebe unter anderem Tocotronic gilt. Aus dieser Mischung verschaffen sie sich ihr einzigartiges Potenzial und kennzeichnen ein eigenständiges Profil.

Ihr unverwechselbares Soundlayout verhalf ihnen zu Beginn in die Playlisten von RADIO KOSMOS - „it’s all about music“. Des weiteren folgten unzählige Live-Konzerte in der Republik und bescherte ihnen große Erfolge. Doch nicht nur als Liveprojekt, sondern auch als bandinternes Label fungiert man. Grund genug einmal unter acht Augen die Geschichte und den Geist von „Stay Krass“ aufzuarbeiten.

radiokosmos.de: Wie ist das Label „Stay Krass-Recordings“ entstanden?


Alex Jödecke: 2005 ist die erste Produktion zustande gekommen, in Zusamenarbeit mit Frank Strömer. Davor hatte ich bereits eine Veröffentlichung auf einem Fremdlabel produziert namens „Stumpf Records“, das war die „Stumpf Records03“ mit Candy Csonka zusammen. Ist gut gelaufen, aber dann hatte ich mir gesagt: „Ja okay“, ich will eigene Sachen machen, ein eigenes Label gründen und auch eigenes Material veröffentlichen. Mit Frank Strömer (FM Stroemer) habe ich dazu einen zuverlässigen, erfahrenen Partner gefunden um Stay Krass Recordings auf die Beine zu stellen. Weil ich nicht in einem beschränkten Bereich tätig sein wollte und meine Eigenständigkeit wahren möchte, sprich selbst im Tonstudio produzieren – selbst veröffentlichen. Das war der Antrieb. Ansonsten ist man gezwungen, dass man nur produzieren darf, die Richtung geben dann andere Leute vor und das wollte ich nicht.


radiokosmos.de: Und was steckt hinter dem Namen „Stay Krass-Recordings“?

Alex Jödecke: Stay Krass = Bleib krass!

 

radiokosmos.de: Gibt es dazu eine entsprechende Anekdote?

Alex Jödecke: Früher besuchte ich vorwiegend Underground-Partys, im Osten U-Partys genannt, ob nun Techno-Festivals (wie z.B. Gräfenhainichen, Rodersdorf, Schlanstedt) oder im Magdeburger Club, der „Factory“, wo früher echte Underground-Partys stattfanden. Durch die dominierenden undergroundlastige Techno-Beats inspiriert, fand ich in meinem eigenen DJ-Set zu einem „krasseren“ Style. Diese Richtung ziehe ich konsequent durch: Stay Krass - Bleib bei der krassen Musik!

 

radiokosmos.de: Wie ist der Kontakt zu Frank Strömer von FM Stroemer enstanden?

Alex Jödecke: Das ist eigentlich eine geile Story... durch meine Ex-Freundin: ihr Bruder kannte Frank Strömer persönlich. Bruder und Schwester erzählen sich viel und dadurch ist der Kontakt zustande gekommen und wir haben uns dann letztendlich kennen gelernt. Obwohl wir stilistisch sehr verschieden waren hat Frank sich meine ersten Musik-Produktionen angehört und fand sie zumindest interessant. Dann setzten wir uns zusammen und Frank gab mir im Tonstudio Anregung was man an meinen Tracks noch ausarbeiten kann. Nach der gemeinsamen Zeit und der harmonischen Zusammenarbeit kam dann die Idee immer mehr zu tragen, dass wir unabhängig von den eigenen Produktionen eine gemeinsame Platte produzieren könnten – gesagt getan.

 

radiokosmos.de: Wie ist aus dem Label „Stay Krass Recordings“ das „StayKrass Liveprojekt“ gewachsen?

Stephan Loewe: Das „Stay Krass Liveprojekt“ ist beinahe zufällig entstanden. Das hatte sich ähnlich wie bei der ersten Platte mit Frank Strömer und Alex Jödecke organisch entwickelt und Frank Strömer und Alex Jödecke hatte dann bei der zweiten Platte geplant, entsprechend Gitarren bzw. Gitarrensamples zu verwenden. Sie wollten da aber nichts von fremden Stücken verwenden oder auf bekanntes Material zurückgreifen. Alex Jödecke hatte Wind bekommen, dass ich Gitarrist bin und fragte mich spontan, ob ich dazu Lust hätte im Tonstudio die Parts dafür einzuspielen. Ich hatte ursprünglich nur die Intention, mal was Neues aufzunehmen, und dann haben wir das einfach gemacht.


Nach dem zweiten Anlauf funktionierte das so gut, ich improvisierte, probierte und improvisierte, zu ihren Sounds. Danach sampleten wir das Ganze. Einige Zeit später haben wir diese Methode allerdings geändert und begonnen, eigene Songs zu komponieren und gezielt zu konstruieren. Das war auf Anhieb passig und die Reaktionen der Leute waren extrem gut. Schließlich nutzten wir die Möglichkeit, das Material in den Clubs auszutesten, bevor die Tracks überhaupt als Vinyl gepresst wurden.


radiokosmos.de: Arbeitet ihr bereits an der nächsten Produktion?

Stephan Loewe: Wir arbeiten im Moment nicht an einer neuen Platte, sondern an unserem neuen Stay-Krass Live-Set. Das wird im Vergleich zu den alten Sachen, die ja durch die Groovebox und Gitarre relativ punkig klangen, schon sehr viel feiner und differenzierter im Sound. Wir arbeiten nun mit mehreren Synthesizern und das macht den Sound insgesamt voller und ausgereifter im Klangspektrum. Es klingt im Vergleich zu den vorherigen Produktionen wesentlich erwachsener. Dabei testen wir im Moment neues Equipment und lassen das komplette Setup über einen extra Laptop laufen. Der wiederum steuert die einzelnen analogen Maschinen über Midi an, gibt denen aber nur das Arrangement vor. Der Rest ist komplett live und deshalb freier in den Möglichkeiten und im Ausdruck. Wir sind dadurch in der Lage sowohl virtuelle Synthesizer als auch analoge Maschinen voll zu nutzen.

 

 

radiokosmos.de: Am 2. Oktober 2007 hattet ihr das neue „Stay Krass“ - Live-Set erstmalig bei der Urknall-Party im Volkspalast zu Leipzig präsentiert. An drei Festivaltagen gaben sich unter anderem „The Disco Boys“, „Hanson & Schrempf“, „Marc van Linden“, „Louis Garcia“ und andere die Ehre. Dem stand auch das „Stay Krass Liveprojekt“ in nichts nach und garnierte ein 45-Minuten-Live-Set neben neuen Songs auch noch mit Interpretationen von „Daft Punk Is Playing At My House“ und „Seven Nation Army“. Wie ist die Neuvorstellung des Sets gelaufen und ward ihr damit zufrieden?

Frank Strömer: Grossartig!!! Die Energie übertrug sich sofort auf das Publikum und die Party ging extrem „nach Vorne“. Es ist natürlich sehr subjektiv seinen eigenen Auftritt zu bewerten. Bei meiner langjährigen Erfahrung, als Produzent und als Artist & Repertoire-Manager für eine große Major-Company(eastwest/Warner Music Group) in Hamburg weiß ich natürlich sehr schnell einzuschätzen was funktioniert und was nicht. Gerade die neuen Songs kamen live mächtig rüber. Da hat sich die lange Arbeit im Studio definitiv gelohnt.

radiokosmos.de: Und wie ist es, mit so großen Namen wie beim Urknall-Festival zusammenzuarbeiten?

Frank Strömer: Große Namen sind in diesem Zusammenhang erstmal zweitrangig. Wenn wir zum Arbeiten da sind, dann kümmern wir uns um unsere eigene Präsentation und die soll perfekt sitzen. Klar trifft man auf Festivals dieser Art den „Einen“ oder „Anderen“. Aber in der Regel besteht bei eigenem Auftritt wenig Raum für Kontaktpflege. Da ist eine Musikmesse wie die MIDEM in Cannes oder die Popkomm in Berlin besser dafür geeignet. Einen Jeff Mills in Cannes in einem kleinen Plattenladen auflegen zu sehen das ist dann schon aufregender. Andererseits ist so ein Festival schon cool, um zu sehen, was der Nachwuchs so treibt. So groß die Namen auch erscheinen, man kennt sich im Musikbizz.

 

radiokosmos.de: Bezeichnet ihr eure Musik selber als Techno oder wie ordnet ihr euch ein?

Alex Jödecke: Ja, wie definiert man Techno? Unser Sound ist mehr Techhouse - eine Kombination, die sich so bei uns ergeben hat. Techhouse gab es schon immer, und hat sich wie der Name schon sagt aus den Style-Bereichen House und Techno entwickelt. Der frühe Technostyle war wesentlich härter und wurde auch relativ schnell gespielt. Zu damaliger Zeit völlig normal, sprich mit extrem hohen bpm-Zahlen. Die einzelnen Richtungen haben sich bis heute in viele Genres und Subgenre aufgesplittert. Unser Sound bringt das in gewisser Weise alles wieder zusammen. Wobei die unterschiedlichen Richtungen sich auch insgesamt mehr vermischen. Also Gitarrenmusik etwa wird nun nicht mehr ausschließlich isoliert betrachtet: nur in Rock oder Pop, sondern es findet oftmals eine sinnvolle Verquickung mit Elementen aus dem elektronischen Bereich statt.


radiokosmos.de: Erreicht ihr etwas „Außergewöhnliches“ zu schaffen allein durch eure Bandmitglieder-Konstellation, die ja relativ ungewöhnlich ist oder was investiert ihr zusätzlich?

Stephan Loewe: Ok, diese Form von Bands wie wir sie haben – viele würden sagen, die gibt es erst seit „Northern Lite“, aber das stimmt so nicht. Gitarrensounds im Technogewand, das wurde weitaus früher kombiniert. Ich würde uns also nicht als Vorreiter für irgendeine Musikrichtung sehen. Wir machen das, was typisch für uns ist. Ich spiele die Gitarre, die für mich typisch ist und Alex Jödecke setzt die Techno-Beats, die für ihn typisch sind. Frank Strömer kümmert sich um das professionelle Arrangement und spielt die entsprechenden Keyboardsounds und die Basslines ein. Wir versuchen möglichst alles live zu gestalten. Wir gehen da wirklich den Schritt in die Richtung, das Ganze komplett live zu performen.


Frank Strömer: Man bedenke, dass solche Konstellationen bereits Anfang der 80iger funktionierten und bis heute im elektronischen Bereich erfolgreich existieren. Die englische Erfolgsformation Underworld mit Karl Hyde und Rick Smith kombinieren seit Jahren Dancemusic mit Rockstyle und lösten damit sämtliche Genres-Klischees mit eigenwilligen fast schon extravaganten Soundmaterial in Wohlgefallen auf.

 

radiokosmos.de: Benutzt ihr beim Produzieren bewusst analoge oder doch mehr digitale Geräte?

Frank Strömer: Beides. Das beste aus beiden Welten.
Alex Jödecke: Ja, ich bin ja nicht so der Fan von digital, also arbeiten wir auch sehr gerne mit analogen Instrumenten. Das ganze ergänzen wir dann mit digitalem Equipment. Wenns aber analog geht, dann analog. Wir werden ja sehen. Bestimmte Sachen kann man zwar digital lösen, doch bin ich mehr der „Schrauber“ und „frickel“ lieber, und sage nicht, Laptop an, Traktor oder Final Scratch installiert und das wars – das bringt es nach meinem Empfinden einfach nicht. Deswegen bin ich auch beim Auflegen beim handwerklich-traditionellen geblieben und „spinne“ immer noch das gute altehrwürdige gepresste Vinyl. Nicht CDs, nicht MP3s - eben Oldschool.

 

radiokosmos.de: Ihr habt alle ganz unterschiedliche Erfahrungspotenziale: Frank Strömer ist bereits seit 1988 im Musikbereich aktiv, Alex Jödecke arbeitet seit 1994 als DJ, Stephan Loewe ist erst relativ neu dabei. Wie gestaltet sich da die Zusammenarbeit unter diesem Aspekt?


Alex Jödecke: Wir setzen uns hin, machen Brainstorming und werfen alle Ideen in einen Topf. Und dann wird geguckt, wer welchen Part übernehmen möchte. Bei Stephan Loewe ist es relativ klar, dass er die Gitarre rockt. Aber er bastelt auch am Arrangement mit und bringt sich voll mit ein. Frank Strömer und ich besetzen im Tonstudio den elektronischen Bereich. Frank bringt da aus seinem Erfolgsprojekt „FM Stroemer“ natürlich unglaublich großes Erfahrungspotential mit. Ist ja klar! Da werden die Stühle zusammengerückt und gemeinsam am Soundteppich gewebt. Es werden die einzelnen Ideen zusammen gebaut, wie bei einer Colorado-Tüte, mit den verschiedensten Sound-Elementen gefüllt und das ist dann auch drin.

Frank Strömer: Also, ich habe bereits mit 19 Jahren viele Independent-Live-Konzerte veranstaltet und Underground-Bands gefeatured, wie z.B. Fugazi, KMFDM, Invisible Limits, Albrecht Sporer, Belly Buttons & Knockwell uvm. Insgesamt veranstaltete ich gemeinsam mit meinem Bruder Marcel Strömer konsequent über 20 Jahre unzählige Techno-House-Events, so dass ich sie nicht mehr zählen kann. Eben richtige Akkordarbeit! Über die nötigen musikalischen Grundlagen brauchen wir wohl nicht mehr zu diskutieren – Musik ist nach wie vor wichtigster Bestandteil meines Lebens.
Mit „FM Stroemer“ gehören wir definitiv zu den Dienstältesten unserer Sorte und „DJing“ ist schließlich ein Handwerk, das Jahre erfordert um dort Qualität und entsprechende Reife zu erreichen. Das „Stay Krass Liveproject“ ist ein vollkommen eigenständiges Projekt. Mit Alex Jödecke und mir stehen zwei DJs mit langjähriger Bühnenerfahrung an vorderster Front und so kommt diese Erfahrung dem Stay Krass Liveprojekt sehr zu gute.

Bei der Studioarbeit setze ich auf Gleichberechtigung, auch wenn ich sicher auch in manchen Punkten meine Erfahrung durchsetze. Und selbst das führt meist zu kleinen aber kreativen Konflikten, die wir dann voll nutzen

 

radiokosmos.de: Füllt dich, Stephan, das als Gitarrist überhaupt aus?


Stephan Loewe: Ja, zusätzlich spiele ich Gitarre in der Band „Pascals“, in der ich so ziemlich alles selbst komponiere, vom Schlagzeug bis hin zum Bass, erste und zweite Gitarre. Für mich ist es beim „Stay Krass Liveprojekt“ relativ einfach, da der Technobeat ja ausschließlich aus Loops besteht, Ideen zu entwickeln, die für mich sehr simpel sind. Das sind dann Gitarrenparts, die sich repetiv wiederholen, und da kann ich Ideen weiterentwickeln, die wirklich gut sind, die ich bisher nicht zu einem fertigen Song gebracht habe. Bei der „Encounter EP“ war ich noch nicht voll integriert, aber dadurch, dass wir jetzt eine formierte Band sind, kann ich jetzt bei allen Sachen mitstreiten. Wie Alex Jödecke schon sagte, bei den Tech-Sounds bin ich noch nicht so erfahren, aber mit der Gitarre, kann es auch passieren, dass ich die Bassline spiele, weil ich eben auch ganz eigene, andere Vorstellungen habe und einbringe. Und das ist immer ein sehr kreativer Prozess – also ich sags mal einfach: Man sieht es während der Entstehung, was man nimmt, was man rausschmeißt und ob man wiederum etwas komplett Neues entwickelt oder gänzlich auf Partituren verzichtet. Oder man überlässt die Sache dem Zufall und improvisiert. Das reizt mich menschlich an dieser Arbeit und füllt mich musikalisch schon aus.

 


radiokosmos.de: Ihr habt ja alle drei Nebenprojekte, wirkt sich das positiv aus oder behindert es das „Stay Krass Liveprojekt“ manchmal?


Frank Strömer: Mit meinem Bruder Marcel Strömer sind wir bei „FM Stroemer“ ein sehr eingespieltes Team und wir legen hohen Wert auf professionelles Arbeiten. Unsere DJ-Sets beschreiben unser Lebensgefühl mit einem hohen musikalischen Anspruch an Authentizität, das wissen unsere Fans zu schätzen. Mein Faible für ausgewählte House-Clubs ist bekannt, obwohl der Name „FM Stroemer“ immer gleich mit Loveparade, Streetparade oder der Vision Parade in Verbindung gesetzt wird – wir sind aber keine Paraden-Fuzzis! Beim Stay Krass Live Projekt und der Zusammenarbeit mit Stephan Loewe und Alex Jödecke mussten wir uns die Plattform erst erarbeiten. Für mich geht es bei der ganzen Sache zusätzlich zum Spaß an der musikalischen Auseinandersetzung natürlich auch darum neue kreative Talente zu fördern und mein Wissen auch an die nächste Generation weiter zu geben.

Alex Jödecke: Sehr positiv, weil jeder aus unterschiedlichen Bereichen seine Erfahrungen mitbringt. Von der Sache funktioniert die Arbeit dadurch viel besser. Vorrausetzung dafür ist der gegenseitige Respekt und die kreative Teamfähigkeit. Ich meine, wenn Stephan Loewe mit seiner Band spielt, dann merkt man eben: Das ist eine andere Intention, weil sie ganz klassisch Instrumente spielen und beherrschen. Das ist sehr gut und wichtig für uns weil er einen anderen Zugang mit einbringt. Andersrum bin ich in der DJ-Clubszene tätig und weiß unter anderem auch durch die Vermittlung von Frank Strömer wie man die Leute vor Ort packen kann, mit dem eigenen Sound und wodurch man ein gutes Gespür entwickelt: Aha, in diese Richtung kann man die Soundidee weiterführen und eben ausbauen. Also sein eigenes Ziel immer im Auge behalten, aber trotzdem zu sehen: Was machen die Anderen? Nicht nur als einzelner Fisch im Aquarium rumschwimmen, sondern wirklich den Ozean im gesamten ein bisschen weiter sehen. Aufmerksam beobachten, was sich da in Zukunft bei den Sounds entwickelt.

 

radiokosmos.de: Wo wir gerade bei den Nebenprojekten sind: Könntet ihr euch auch vorstellen „The Pascals“ mit Stephan Loewe auf dem „Stay Krass“-Label zu veröffentlichen?


Stephan Loewe: In den reinen Rockbereich wird das Label „Stay Krass Recordings“ sicher nicht gehen. Wir können uns durchaus vorstellen in Zukunft andere elektronische Acts unter Vertrag zu nehmen, wenn sich das entsprechend ergibt und je nachdem wie sich das Label nach dem sehr positiven Start weiter entwickelt.


radiokosmos.de: Das deutsche Musikmagzin Musikexpress hat den Sommer 2007 in einer Digitalism-Kritik als besten „Electrosommer aller Zeiten“ ausgerufen. Die Leute in den Indierock-Diskos tanzen zu Simian Mobile Disco, MSTRKRFT und Digitalism und vielen anderen. Wie reagiert ihr da als ursprüngliche Szene darauf?


Frank Strömer: Die Entwicklung ist interessant. Techno oder auch Elektro geht ein Stück weit wieder zurück zu den Anfängen. Lange bevor Diskotheken den Sound spielten wurde zu der Musik in eher alternativen Zusammenhängen gefeiert. Und jetzt entdecken neue Generationen die Liebe zu elektronischer Musik. Das ist klasse.

Alex Jödecke: Ich muss sagen: Digitalism – die beiden aus Hamburg sind wirklich gut. Sie machen gute Sounds und funktionieren gut im Club. Es findet gerade eine postive Entwicklung statt, insbesondere was die Sounds in den Clubs angeht. Der Sound hat sich stark verändert. Man merkt deutlich in der Szene, in der Zeit von 1994 bis 2007, dass sich nicht nur die Geschwindigkeit verändert hat. Es wird nicht mehr wie damals etwa Hardcore gespielt, sondern es ist alles insgesamt houselastiger angelegt. Housemusic und Electro dominieren. Daher sage ich halt: Digitalism? Arme hoch!

Stephan Loewe: Ich finde die persönlich auch total geil und das bestätigt ja eigentlich bloß unsere These, dass sich alles vermischt - Gitarre und Electro. Und das die Party- Leute das auch annehmen, auch in den Indie-Clubs, dass habe ich auch mitbekommen. Ich finde das auch gut, dass die Sachen wie „Justice“ oder „Digitalism“ hören. Wir hören das auch. Im Club spielen Alex Jödecke und Frank Strömer aber eher einen ausgewählten Remix davon.

 

radiokosmos.de: Wie kann man denn dem Radiohörer Stay Krass in drei Worten beschreiben?


Stephan Loewe: Das ist eine schwierige Frage. In drei Worten kann man das wirklich nicht erklären, da ja auch Beruf und Leben damit verbunden sind und man halt sich schon viel mehr Gedanken als nur drei Worte darüber gemacht hat.

 


radiokosmos.de: Zum Ende: Was wünscht ihr euch für euer „Stay Krass Liveprojekt“ für die Zukunft?

Frank Strömer: Ein gutes erstes Album vom „Stay Krass Liveprojekt“ und natürlich viele weitere treue feierfreudige Fans.

Stephan Loewe: Wir wollen wie jede Band überregionale Zuhörerschaft und den Radiohörern geben wir mit auf den Weg: Zieht euch nicht alles rein, was elektronisch um die Ecke kommt! Hört das, was wirklich gut ist! Hoffentlich gehören wir dann auch dazu.

Alex Jödecke: Dem schließ ich mich an und wir wünschen uns, dass noch viel, viel mehr Live-Gigs kommen werden und die werden auch kommen, denn die Leute sind nicht abgeneigt gegen diese Musik. Ich denke in Zukunft werden wir weiterhin viele Veranstaltungen wie bisher ordentlich rocken.

Davon kann man sich zum einen im Radioprogramm von RADIO KOSMOS – „it`s all about music“ überzeugen und demnächst erneut im Bernabeum Bernburg (genauer Termin folgt).

Nächster großer Stay Krass – Liveprojekt-Gig:

„SPLASH“
Das Jubiläums-Event von RADIO KOSMOS – „it`s all about music“
Mai 2008/ Magdeburg

Wir bedanken uns für das Interview und wünschen euch weiterhin großen Erfolg bei Eurer künstlerischen Laufbahn.

Mehr Infos:

http://www.staykrass.com
http://www.myspace.com/staykrassliveprojekt

 

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JUNIMOND am 16 Mai 2009 im Elbauenpark Magdeburg

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