
„DAS GROSSE ELEKTROBÄR INTERVIEW 2009”
Von Primetime Entertainment/ Marcel Strömer
RADIO KOSMOS: Wie habt Ihr Euch kennengelernt?
Marco: Gute Frage. Das war auf einer Demo gegen die Staatsgewalt in Cottbus.
Marqo: Die wollten sehr alte Bäume fällen und da gabs für Cottbusser Verhältnisse einen großen Widerstand dagegen.
Marco: Da haben wir uns kennen gelernt, zusammen getrunken und Mucke gemacht.
Marqo: Aber im Gegensatz zu denen mit den Baticshirts und den Jesussandalen wurden wir nicht festgenommen.
Marqo: Ja, das war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.
RADIO KOSMOS: Wer ist Bandmitglied und woher kommt Ihr?
Marqo: Bandmitglied ist Marco Baumeier.
Marco: Und Marqo Damascheck.
Marqo: Wir sind beide Cottbusser.
Marco: So genau stimmt das aber nicht. In meinem Herzen ja, aber eigentlich komme ich aus der Nähe von Halle.
Marqo: Außerdem holen wir uns manchmal auch noch zwei Gastmusiker aus Cottbus dazu, Alexander Schwanitz am Bass und Stefan Friedrich am Schlagzeug.
Marco: Aber im wesentlichen besteht ElektroBär nur aus uns Beiden.
RADIO KOSMOS: Wann kam es zur Gründung der Band?
Marqo: Vor „ElektroBär“ haben wir zusammen in der Band „Logout“ gespielt. Zu der Zeit haben wir eine Menge mit Musik rumexperimentiert und sind irgendwann auf „Elektro“ hängen geblieben.
Marco: Anfangs war das Ganze auch nur ein Nebenprojekt. „ElektroBär“ hat sich erst Anfang letzten Jahres mit unserem ersten Auftritt zu einer feststehenden Band entwickelt.
RADIO KOSMOS: Wie kam es zur Namensgebung „ElektroBär“ und was für eine Geschichte steckt da hinter?
Marco: Wir kommen irgendwie von Party, betrunken auch Beide, hatten getanzt und geschwitzt.
Marqo: Da kam ein Obdachloser total besoffen aus einer dunklen Gasse und torkelte auf uns zu.
Marco: Er stank nach billigem Fusel, sollte man an dieser Stelle noch erwähnen.
Marqo: Der Obdachlose sagte auf einmal ganz klar „Ey, ihr müsst ElektroBär machen!“ Wir wussten in dem Moment gar nicht, was er damit meinte.
Marco: Irgendwann haben wir dann ein bisschen Mucke gemacht und in dem Moment wurde uns klar, was er damit gemeint hatte.
Marqo: Deswegen haben wir ihm auch den Song „Vom Penner zum Prinzen und zurück“ gewidmet.
RADIO KOSMOS: Was habt ihr alle vor der Zeit von „ElektroBär“ gemacht? Gab es ähnliche Projekte?
Marqo: Keine ähnlichen, aber eine Menge andere. Ich war schon immer Rocker und hab da auch in diversen Bands in Cottbus mitgewirkt und bin z.B. auch noch Schlagzeuger bei der Grungeband „No Entry“.
Marco: Ich bin eigentlich schon immer „Berufsdichter“ gewesen und hab mich lange Zeit als Rapper rumgetrieben und war Sänger in unserer gemeinsamen Band „Logout“, die von psychedelischer Rockmusik geprägt war.
Marqo: Auch ich bin für eine Nacht mal in Marcos Fußstapfen getreten und hab mich als Rapper versucht. Das war der Höhepunkt einer kurzen und schmerzlosen Karriere.
RADIO KOSMOS: In welches Musikgenre würdet Ihr Euch einordnen?
Marqo: Auf jeden Fall zählen wir uns zur elektronischen Tanzmusik.
Marco: Ja, das ist der Ursprung, aber unsere Musik ist auch noch von einer Menge anderer Stile beeinflusst, wie z.B. Pop, Drum'n'Bass und „Neue Deutsche Welle“.
RADIO KOSMOS: Wie bezeichnet Ihr Euren Musikstil? Warum deutschsprachig?
Marco: Wir bezeichnen unseren Musikstil gerne als Elektrotrash mit deutschen Texten, aber man kann es durch die diversen Einflüsse nicht darauf reduzieren.
Marqo: Man könnte auch sagen „philosophische Elektrotanzmusik trifft Gameboyelektro trifft Gettotech“. Das bringt es am besten auf den Punkt.
Marco: Wir singen auf Deutsch, weil wir einfach verstanden werden wollen. Unser Zielpublikum ist nun mal primär deutschsprachig und soll unsere Texte im Endeffekt verstehen. Englisch würde das Ganze nur verkomplizieren.
Marqo: Außerdem können wir nur so wirklich authentisch wirken. Englische Bands singen ja auch konsequenterweise auf Englisch.

RADIO KOSMOS: Was habt Ihr bisher produziert, welche Titel existieren unter dem Namen „ElektroBär“?
Marqo: Unser erster Titel, den wir produziert haben, ist „Ohne Geld“, danach „Die Nummer Eins“, „Zuviel Geld“ und „ Alles ist möglich“.
Marco: Kürzlich haben wir auch „Alles ist wahr“ fertig abgemischt und ins Internet gestellt, für unser Debütalbum „Die Nummer Eins“, das Ende April erscheint.
RADIO KOSMOS: Gibt es bereits Veröffentlichungen auf Musikdatenträger wie Vinyl oder CD? Wo sind diese zu erwerben?
Marco: Bisher nur auf dem Cottbusser Kontursampler. Weitere gepresste Veröffentlichungen, werden sich dann mit unserem Debüt-Album einstellen.
Marqo: Wir haben aber einige Songs frei verfügbar zum Herunterladen auf lastfm.de und openpot.org gestellt. Das fertige Album werden wir dann bei unseren Liveshows und übers Internet verkaufen.
RADIO KOSMOS: Worin unterscheidet Ihr Euch von anderen Bands?
Marqo: So gut wie in allem, aber besonders durch unsere Live-Performance. Ob 10, 100, oder 1000 Leute vor der Bühne stehen, sobald der Beat abgefeuert wird, gibt es kein Zurück mehr, es sei denn, ich ziehe mal wieder den Stecker.
Marco: Wir sind wie eine Maschine, die man einschaltet und dann geben wir immer Alles. Wenn wirklich nur 10 oder 20 Besucher zu einem Konzert erscheinen, spulen viele Bands einfach stupide ihr Programm ab und versuchen das Ganze so schnell wie möglich hinter sich zu bringen. Uns ist es aber sehr wichtig, dass wir den wenigen Gästen, die extra wegen uns angereist sind, das Konzert ihres Lebens bieten.
Marqo: Sie haben schließlich Eintritt bezahlt und somit auch verdient, auf ihre Kosten zu kommen. Das gehört zu unseren Grundsätzen und ist vermutlich einer, der wesentlichen Unterschiede zu anderen Bands.
RADIO KOSMOS: Seht Ihr Euch als provokante Band?
Marqo: Nicht wirklich! Wir sprechen aus, was wir denken. Andere mögen uns provokant einstufen, wir uns selbst jedoch nicht!
Marco: Wir feiern mit den Leuten. Wenn, dann ist jeder provokant, der unsere Musik hört und zu unseren Konzerten kommt!
RADIO KOSMOS: Gibt es musikalische Vorbilder? Wenn ja, welche?
Marco: Darauf können wir keine Antwort geben. Wir haben uns nicht zum Ziel gesetzt irgendjemandem nachzueifern und gehen unseren eigenen Weg.
Marqo: Wenn wir jemandem nacheifern, dann ganz klar uns selbst.
RADIO KOSMOS: Welche Bands und Interpreten beeinflussen Euch stark?
Marqo: Extrem beeinflusst sind wir von einer ungesignten, chinesischen Elektroband. Den Namen verraten wir nicht, top-secret!
Marco: Wir sind natürlich durch eine Vielzahl von Elektro-Acts wie z.B. „Toc Toc“, „Soffy O.“ oder den belgischen „Goose“ beeinflusst. Ebenfalls durch Bands der „80er“ und eben Gitarrenmucke. Dadurch kommt die Vielfalt unserer Musik zustande. Wir stehen neuer Musik immer offen gegenüber. Wenn uns etwas gefällt, von mir aus auch ein merkwürdiger Schlagersong, hat das schon automatisch Einfluss auf unsere Musik.
RADIO KOSMOS: Mit welchen Künstlern würdet Ihr gern mal zusammenarbeiten?
Marco: Wir haben da eher lokale Cottbusser Größen ins Auge gefasst, wie „Provinceboi“ oder „Shimstrumental“. Vor allem sind wir ganz scharf auf den Rapper „Farid Eschrad“. Wenn er ein Comeback starten sollte, sind wir sofort dabei!
Marqo: Einzige Ausnahme neben diesen Cottbusser Künstlern wären „Lexy & K.Paul“. Wir warten noch auf eine Anfrage.
RADIO KOSMOS: Wie wird produziert und mit welchem technischen Equipment? Wer bedient die Technik? Erzählt doch mal genau!
Marco: Betriebsgeheimnis!

RADIO KOSMOS: In welchem Tonstudio produziert Ihr und wie lange benötigt Ihr um einen neuen Track fertig zu erstellen?
Marco: Wir haben bei mir im Wohnzimmer ein Tonstudio eingerichtet und produzieren in „Heimproduktion“ alle ElektroBär-Songs. Für die Grundidee eines Songs brauchen wir vielleicht einen Tag. Dann braucht das Ganze meistens noch eine Woche bis alles steht und ausgereift ist.
RADIO KOSMOS: Woher schöpft Ihr Eure Inspiration für neue Produktionen?
Marqo: Primär aus dem Alltag, aber gerne auch aus der „unendlichen Dummheit“ der Menschen. Daraus kann man viele Grundideen spinnen, und daraus schöpfen wir unsere Inspiration und Kreativität.
RADIO KOSMOS: Wer ist für das Songwriting zuständig? Und wie setzt Ihr Eure Ideen um, nach welchem Plan oder welcher Herangehensweise?
Marco: Wir setzen uns einfach zusammen hin und dann wird angefangen. Marqo programmiert größtenteils die Sounds.
Marqo: Marco nimmt Einfluss auf das Arrangement.
Marco: Wir sprechen uns immer ab. Wir schreiben den Song im Prinzip zusammen, klären Fragen ab wie: „Wo muss der Refrain hin“, „Was müssen da für Elemente und Effekte rein“. Wir erarbeiten somit die komplette Songstruktur zusammen. Ich schreibe hauptsächlich die Texte, wovon Marqo auch eine ganze Menge Inspiration kommt.
Marqo: Die konkreten Texte zum Song kommen bei Marco völlig intuitiv, sobald der Beat erst mal existiert.
Marco: Wir arbeiten Hand in Hand.
RADIO KOSMOS: Inwieweit beschäftigt Ihr Euch mit politischen Themen wie jetzt z. B. die der Wirtschaftskrise. Hat das Einflüsse auf Eure Songtexte?
Marqo: Wir möchten unsere Songs nicht politisieren. Es sei denn mit subtiler Art, wenn wir z.B. im Song beschreiben „Ohne Geld“ „Zuviel Geld ist schädlich“.
Marco: Es geht bei „ElektroBär“ prinzipiell um Subtiles, aber explizit gibt es in unseren Texten nichts Politisches. Wir sehen uns definitiv nicht als politische Band.
Marqo: „ElektroBär“ ist einfach eine Partyband.
Marco: Die Partyband!
RADIO KOSMOS: Gibt es in der Band auch mal kreative Differenzen und Konflikte durch gegenseitig abweichende Vorstellungen?
Marqo: Klar!
Marco: Das kommt doch dem kreativen Prozess zu Gute, dass es Differenzen gibt!
Marqo: Ich bastle einen Beat, Marco hat sich das dann vielleicht anders vorgestellt. Da müssen wir dann natürlich einen Kompromiss schließen. Was dem Endprodukt dann häufig zu Gute kommt.
RADIO KOSMOS: Wie oft wird produziert , geprobt und wo trefft Ihr Euch?
Marqo: Das ist alles sehr spontan. Produziert wird wie wir es gerade eben brauchen. Wenn uns klar wird, die Songs werden knapp, treffen wir uns und produzieren welche. Genauso läuft es auch beim Proben ab. Aber man kann da nicht von irgendeiner Regelmäßigkeit sprechen.
RADIO KOSMOS: Wie steht Ihr zur deutschen Hip-Hop-Szene? Zählt Ihr Euch dazu?
Marqo: Deutscher Hip-Hop - auf jeden Fall! Jedoch machen wir was ganz Anderes! Wir zählen uns definitiv nicht dazu!
Marco: Ich hatte früher viel Kontakt mit Hip-Hop. Damals gab es noch eine ganz andere Perspektive dazu und es existierte noch ein ganz anderes Feeling. Hip-Hop hat sich inzwischen total verändert.
Marqo: Inhaltlich geht es nur noch um Hass, Gewalt und „Dissen“, den Anderen fertig machen. Hip-Hop wie er einmal funktionierte, existiert in meinen Augen so nicht mehr wirklich. Es geht nicht mehr um Spaß. Der Spaß ist im Hip-Hop total verloren gegangen. Bei den meisten Hip-Hop-Kombos ist es so. Natürlich gibt es Ausnahmen, wie z.B. „Blumentopf“, aber die bestätigen bekanntlich die Regel!
Marco: Deswegen tragen wir die Hip-Hop-Philosophie in seiner ursprünglichen Form in uns weiter und beleben ihn neu mit Elektro.

RADIO KOSMOS: Wo fand Euer erster Live-Gig statt und wie habt Ihr den erlebt? Wie war die Resonanz? Gibt es oder gab es bereits eine Tour mit „ElektroBär“? Erzählt doch mal!
Marco: Zu der Zeit war ich in einer richtigen Depression, weil ich keine Bühne hatte. Ich wollte unbedingt auf die Bühne, spielen und wollte raus. Da kam Marqo mit der Neuigkeit, dass wir im „JKZ Gladhouse“ in Cottbus auf einer Elektroparty spielen sollen. Wir hatten aber nur den Song „Ohne Geld“.
Marqo: Das war nur eine Woche vor dem Gig! Ich habe dann in der Woche noch zwei, drei neue Songs produziert und die Nacht zuvor den letzten Song „Apparat“ noch fertiggestellt.
Marco: In letzter Minute vor dem Auftritt habe ich für „Apparat“ den Text geschrieben.
Marqo: Damals haben wir viele Songs gespielt, die danach nie wieder in unserem Live-Programm auftauchen sollten.
Marco: Darunter gab es einige Songs, nur fette Beats, wozu ich dann spontan die Texte improvisierte. Obwohl alles relativ chaotisch zuging, war die Resonanz durchweg positiv. Man könnte auch sagen, eine gelungene „Entjungferung“ des noch jungen „ElektroBären“.
Marqo: Eine richtige Tour hatten wir bisher leider noch nicht. Wir waren aber bereits sehr viel in Ostdeutschland unterwegs und haben es sogar bis nach Flensburg und Kiel geschafft.
Marco: Gerade ist eine Tour durch Österreich und der Schweiz in Planung. Mit etwas Glück wird es im August 2009 eine Mini-Tour mit einigen Auftritten in Irland geben.
RADIO KOSMOS: Wo konnte man Euch bisher live erleben, wo wird man Euch noch live erleben?
Marqo: Bisher waren wir viel in Ostdeutschland unterwegs, u.a. Auftritte in Halle, Schwerin, Görlitz, Bernau, uvm. In Berlin spielen wir fast jeden Monat und dort haben wir vor ein paar Wochen die kanadische Band „We Are Wolves“ im „Cassiopeia“ supported. Vor kurzem auch die international sehr erfolgreiche Elektroband „Schwefelgelb“. Demnächst werden wir in Dresden, Berlin, Rostock und am 16. Mai auf dem „Junimond 2009“-Festival im „Radio Kosmos“-Zelt (Electro/ Floor 4) in Magdeburg zu sehen sein.
Marco: Dann starten wir noch auf dem „Benefizfestival Wormlage“ und dem „Breeza Festival“, jeweils in Brandenburg in die diesjährige Festivalsaison. So werden wir mit Künstlern, wie Kissogram, Marusha, Northern Lite, Super700 und Transmitter auf den Festival-Bühnen stehen. Andere Festivalzusagen stehen noch aus.
RADIO KOSMOS: Was war bisher Euer eindrucksvollster Live-Gig bzw. größter Auftritt?
Marco: Unsere Gigs im „Lovelite“ in Berlin im März 2009, und der Auftritt mit den „Toten Crackhuren“ im „Kofferraum“ waren schon sehr eindrucksvoll.
Marqo: Das war wirklich irre!
Marco: Oh Mann! Wir waren total raus!
Marqo: Ein Haufen Leute sind auf die Bühne gekommen und haben uns auf die Schultern gehoben und abgefeiert.
Marco: Die ganze Atmosphäre war aufgeheizt, man spürte richtig die Energie im Raum.
RADIO KOSMOS: Wie ernst nehmt Ihr Eure Arbeit und wie wichtig ist Euch eine musikalische Entwicklung?
Marco: Wir nehmen unsere Arbeit erst mal sehr ernst. Natürlich ist es für jede Band oder Künstler das Wichtigste sich weiterzuentwickeln, also auch für uns. Anders bleibt man auch nicht im Gespräch. Wer interessiert sich schon für eine musikalisch impotente Band?
RADIO KOSMOS: Wie finanziert Ihr Eure Projekte und letztendlich die Band? Wovon lebt Ihr?
Marqo: Seit kurzem arbeiten wir beide auch noch nebenbei, was vorher nicht der Fall war.
Marco: Allerdings werden wir nur so lange arbeiten, bis sich die Musik auch wirklich ausbezahlt.
Marqo: Wir haben uns jahrelang nur mit Musik durchgeschlagen, was aber irgendwann kontraproduktiv wird, wenn man die ganze Zeit nur von der Hand in den Mund lebt. Beim nächsten Versuch unseren Traum als Musiker zu leben, sollten da die Rahmenbedingungen irgendwie hinhauen.
RADIO KOSMOS: Könntet Ihr Euch vorstellen, eines Tages komplett von der Musik zu leben?
Marco: Müssen wir uns vorstellen, denn das ist im Endeffekt auch unser Ziel!
Marqo: Ansonsten funktioniert die ganze Sache dann auch nicht mehr. Man kommt nur mit einer Band vorwärts, wenn man sich irgendwann komplett der Musik widmen kann.
RADIO KOSMOS: Inwieweit werdet Ihr unterstützt von Familie und Freunden?
Marqo: Ich werde von meinen Eltern überhaupt nicht unterstützt.
Marco: In gewisser Weise unterstützt mich meine Mutter. Aber dazu muss ich sagen, dass es erst einmal ein paar Jahre dauerte, bis sie das überhaupt akzeptierte, dass ich Musik mache und sie das wirklich ernst nahm. Bei unseren Freunden entwickelt sich eine große Gruppe, die uns auf ihre Art und Weise unterstützen.
Marqo: Der Eine fotografiert, der Andere mischt ab, und dann ist da noch unser Manager Bodo, der an dieser Stelle löblich erwähnt werden muss.

RADIO KOSMOS: Wer ist für die Band-Promotion zuständig, wie vermarktet Ihr Euch? Gibt es ein Konzept?
Marco: Direkt zuständig für die Promotion ist unser Bandmanager, der sich auch sonst um alles kümmert, so dass wir uns auf die Musik konzentrieren können.
Marqo: Wir versuchen so viele Gigs wie möglich zu spielen, weil wir eine Liveband sind und welche Promotion könnte besser zu sein, als live zu überzeugen?
Marco: Natürlich geht besonders viel über das Myspace-Portal! Man wird als Band auch mehr oder weniger über seine Myspace-Seite definiert. Ich habe das Gefühl, dass für viele Veranstalter die Klickanzahl auf das Künstlerprofil und die Zugriffe auf die hochgeladenen Musiktitel das Wichtigste ist.
Marqo: Übrigens werden wir oft auf dem Jugendsender „Radio Fritz“ gespielt, das täglich mehrere zehntausend Leute in Berlin und Brandenburg erreicht.
RADIO KOSMOS: Wie ist die allgemeine Resonanz auf „ElektroBär“?
Marco: Die Resonanz auf uns ist besonders bei Live-Gigs durchweg positiv. Irgendwie kann man uns auch kein bestimmtes Publikum zuweisen, denn wir sprechen mit unserer Musik eine breite Masse an. Da ist vom Hip-Hopper über den Punker, bis hin zum Elektro-Music-Freak und Indie-Rocker alles vertreten.
Marqo: An dieser Stelle muss man da auch „Deichkind“ erwähnen, die mit ihrer Wendung vom Hip-Hop zum Elektro-Style, Bands wie uns einfach salonfähig gemacht haben.
RADIO KOSMOS: Habt Ihr gute Kontakte zu den angesagten Clubs in Ostdeutschland?
Marqo: Generell ist es sehr schwierig gute Kontakte zu den Clubs nicht nur in Ostdeutschland aufzubauen. Das liegt primär daran, dass wir in vielen Gegenden einfach noch nicht bekannt genug sind und sich viele Veranstalter ungern auf irgendwelche Experimente einlassen möchten.
Marco: Auf jeden Fall pflegen wir gute Kontakte zu den Clubs, in denen wir bereits aufgetreten sind. Fast bei jedem Konzert sind auch wiederum neue Veranstalter vor Ort, die uns dann gleich buchen wollen. Deswegen ist es uns so wichtig live zu überzeugen, egal ob in West- oder Ostdeutschland.
RADIO KOSMOS: Wie schätzt Ihr die Gesamtentwicklung der elektronischen Tanzmusik für die Zukunft ein?
Marqo: Klar, es wird immer eine große Entwicklung der elektronischen Tanzmusik geben, besonders durch den technischen Fortschritt. Dadurch wird sich auch die gesamte Art der Electro-Music verändern. Wie das Popularitätslevel wachsen wird, auf der sich die ganze Entwicklung momentan befindet, und ob es so bleibt oder wieder schrumpft, wird dann auch davon abhängen, wie sich die Menschheit dazu entwickelt. Ob der Mensch dann weiter am technischen Fortschritt festhält, oder sich doch wieder mehr der Natur zuwenden wird.
Marco: In Zukunft wird die elektronische Tanzmusik weiter wachsen. Aussterben wird die Electro-Music nicht, da dieses Genre mittlerweile mit anderen Musikarten fusioniert und immer mehr eine zentrale Rolle spielt.
RADIO KOSMOS: Was dürfen die Besucher erwarten von Eurem Live-Gig auf dem RADIO KOSMOS-Showcase des diesjährigen „JUNIMOND 2009“ – Festivals in Magdeburg?
Marqo: Alle Magdeburger sollen ins Radio Kosmos Zelt zu ElektroBär kommen, dann sehen sie die Party überhaupt!
Marco: DSF wirbt ja immer nur damit, aber bei uns ist das wirklich so „Mittendrin statt nur
dabei!“. Spätestens gegen Ende unseres Auftritts, bist du wirklich mittendrin!
RADIO KOSMOS: Mit welchen Erwartungen reist Ihr nach Magdeburg?
Marco: Das ich mir nicht wieder mit einer Weinflasche den Vorderzahn raus schlage, dass ist bei meinem letzten Besuch in Magdeburg passiert.
Marqo: Wir erwarten tanzwütige Partypeople, die das ganze Radio Kosmos-Zelt so richtig rocken!
Wir bedanken uns für das Interview und wünschen Euch weiterhin Erfolg mit Eurer Band „ElektroBär“. Euer RADIO KOSMOS - "it´s all about music“- Team!
Mehr Informationen findest Du unter:
- www.myspace.com/elektrobr
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