
Von Marcel Strömer und Florian Schaaf
“Part of the Art“ – unter diesem Künstlerpseudonym treffen wir auf einen außergewöhnlichen Musikproduzenten, der sich locker zutraut den Bogen von vergangener Klassik in die heutige Moderne zu spannen.
Carsten Düsener, geboren am 03.02.1971 in Soest, einer westfälischen Kreisstadt des gleichnamigen Kreises im Regierungsbezirk Arnsberg in Nordrhein-Westfalen, setzt sein Segel in die brausende Clublandschaft der elektronischen Musik und kann locker bestehen mit unverwechselbaren Arrangements und ausgefeilt virtuosen Clubsounds.
„Neue Ideen, neue Sounds, neue Wege“, so lautet seine musikalische Devise. Schon lange schwebte ihm vor klassische Elemente mit modernen Electrosounds zu verknüpfen, unbedingt tanzbar für die Clubs, mit einer geballten Ladung Spannung und emotionaler Genialität. 1988 startete er als DJ in den heimischen Clubs und sammelte wichtige Erfahrungen und Inspirationen, um dann Mitte der 90er Jahre sein eigenes Künstlerprojekt „Part of the Art“ erfolgreich ins Leben gerufen. Der gelernte Verlagskaufmann leistete in dieser Zeit enorm potente Studioarbeit und kann inzwischen auf 8 eingespielte Club-Alben verweisen.
Dass ihn die Musik der 80er Jahre stark beeinflusste und sogar prägte, daraus macht Carsten Düsener kein Geheimnis, so schwört er auf EBM Kultklassiker von „Marc Allmond“, „Dead or Alive“ oder auch „Bronski Beat“. Carsten Düsener beweist erneut seine ausgezeichnete Teamfähigkeit in der aktuellen Zusammenarbeit mit der aus St. Helena (Südatlantik) stammenden Sängerin Helena Miles. Gemeinsam möchten sie die offizielle Hymne der „VIII. Gay Games Cologne 2010“ mit dem Motto „Be part of it!“ stellen und arbeiten tatkräftig an ihrer Bewerbung. Zwischen dem 31. Juli und dem 07. August 2010 werden in Köln tausende Teilnehmer/ innen aus aller Welt antreten und das sportliche Fest der offenen Spiele zelebrieren. Zur finalen Eröffnungsfeier am 31. Juli 2010 werden im „Rhein-Energie-Stadion“ rund 50 000 Gäste erwartet.
Die Zeichen stehen gut, wir von RADIO KOSMOS – „it´s all about music“ drücken „Part of the Art versus Helena Miles“ beide Daumen für eine gelungene musikalische Interpretation ihrer Hymne.

RADIO KOSMOS: Wie kamst Du zur Musik?
Carsten Düsener: Ich habe schon in den 80er Jahren in einer Schülerband gespielt und Anfangs gesungen. Später bekam ich von meinen Eltern 5 Jahre Klavierunterricht spendiert. Dafür bin ich heute sehr dankbar. Als ich in den 90er Jahren nach Dortmund gezogen bin, habe ich über eine Zeitungsanzeige einen Musiker gefunden mit dem ich mehrere Songs als Sänger aufgenommen habe. Damals noch viel im Stil der 80er Jahre. So habe ich auch das erste mal mit Mischpulten, Dat-Recordern und den ersten Cubase Musik Programmen für den PC Bekanntschaft gemacht.
RADIO KOSMOS: Wann fingst Du an Dich für elektronische Musik zu interessieren und was faszinierte bzw. fasziniert Dich an Ihr?
Carsten Düsener: Meine erste bewusste Begegnung mit elektronischer Musik war Anfang der 80er Jahre mit Depeche Mode und Soft Cell. Ich fand die düstere, melancholische Stimmung toll, die man mit Flächensounds aus Synthesizern kreieren kann. Zudem, die oft metallisch klingenden Drumsounds. Das ‚Künstliche’ fasziniert mich auch heute noch. Mein erster Synthesizer war der Ensonique ESQ-1 den ich heute noch benutze. Das Ding ist unverwüstlich und mittlerweile 20 Jahre alt.
RADIO KOSMOS: Wann und wie entstand “Part of the Art” und was muss man sich in Bezug zu Deiner Person unter diesem Projekt vorstellen?
Carsten Düsener: „Part of the Art“ entstand schon Mitte der 90er Jahre. Ich habe viel mit Sounds und Samples experimentiert. Habe die ersten CD’s gebrannt und Remixe von bekannten Stücken für meine Freunde gemacht. Da ich mich selbst nicht unbedingt als Musiker bezeichne, sondern als Künstler im weitesten Sinn, finde ich den Namen „Part ot the Art“ sehr passend. „Ein Stück Kunst“.
RADIO KOSMOS: Es fällt auf, dass eine Vielzahl an Elementen aus der klassischen Musik und monumentale Klänge, die Dein neues Projekt „Opera Electronica“ prägen, vorher keinen wesentlichen Platz in Deiner Musik einnahmen. Ist das richtig?
Carsten Düsener: Ja das stimmt. Ich mochte bombastische Arrangements eigentlich schon immer, hatte nur irgendwie keine Idee, sie in meine bestehenden Songs zu integrieren. Ich finde gerade, dass Gefühle und die Tragik, die oft in Musikstücken steckt, kommen bei vielen elektronischen Werken zu kurz. Ich habe versucht, das zu ändern und ich denke es ist mir ein Stück weit gelungen.

RADIO KOSMOS: Aus welcher Motivation heraus entstand Projekt das „Opera Electronica“ und wie kamst Du auf die Idee klassische mit elektronischer Musik zu kombinieren?
Carsten Düsener: Als Künstler bin ich ja ständig auf der Suche nach neuen Ideen und werde von allem Möglichem inspiriert. Die Idee, klassische Musik mit elektronischen Sounds zu verbinden, besteht schon lange. Aber erst ein Besuch in der Mailänder Skala, zu Mozarts Zauberflöte, hat mir den letzten Kick gegeben, dies auch letztendlich zu versuchen.
RADIO KOSMOS: Spielst Du selber ein Musikinstrument?
Carsten Düsener: Ja, ich spiele Klavier.
RADIO KOSMOS: War „Opera Electronica“ ein einmaliger elektronischer Ausflug in die klassische Musikwelt? Hast Du vielleicht schon neue Projekte in dieser Richtung in Planung?
Carsten Düsener: Ich hab da was neues im Kopf, was auch ein sehr spannendes Projekt zu werden scheint. Lasst Euch überraschen. Ihr seid die Ersten, die davon was auf die Ohren bekommen.
RADIO KOSMOS: Dein erstes Album als „Part of the art“ heißt „Machine Park“ und ging musikalisch in eine andere Richtung als Dein jetziges Projekt „Opera Electronica“. Welche Idee(n) steckte(n) hinter „Machine Park“?
Carsten Düsener: „Machine Park“ war bereits das 5. Album unter dem Namen „Part of the Art“. Die Idee hinter „Machine Park“ ist eigentlich aus dem Namen abzuleiten. Alles ist etwas reduzierter und klingt sehr technisch. Viele selbstgebastelte Sounds, erstellt mit einem „Maschinen Park“.
RADIO KOSMOS: Dein neues Projekt lässt vermuten, dass Du den verschiedenen Musikgenres mit offenen Armen gegenüber stehst. Was hörst du selbst und inwieweit nimmt dies Einfluss auf Deine Arbeit als Produzent?
Carsten Düsener: Ja das stimmt! Ich höre wirklich alles - queer Beet! Von Klassik bis Rock! Am liebsten allerdings Elektronisches. Dance- und Housemusic. Da ich ein Kind der 80er Jahre bin, hat mich dieses Jahrzehnt natürlich nach wie vor fest im Griff. Aber auch die 90er finde ich zum Teil sehr inspirierend. Da gibt es einige tolle Produktionen, die sich lohnen würden, neu interpretiert und aufgenommen zu werden. Ich erinnere mich da mal nur an großartige Danceprojekte wie „KLF“ oder „Snap“.

RADIO KOSMOS: Wie kam es zur Zusammenarbeit mit der Sängerin Helena Miles?
Carsten Düsener: Helena kenne ich schon einige Jahre aus der Kleinkunstszene in Köln. Sie hat mit dem Bandprojekt „Duotica“ einige Preise als Kleinkünstlerin und Sängerin gewonnen. Nachdem sich das Duo getrennt hatte, produzierte sie auf Ibiza ein tolles Album, mit Chill out-Musik. Dieses Jahr hatten wir uns rein zufällig auf der Insel getroffen. Ich hatte gerade „Machine Park“ fertig und ihr einige Sachen vorgespielt. Sie hat sich direkt in den Titel „La Deese“ verliebt und mich dann gebeten, ihr doch einige Songs zu schreiben. Im Herbst begannen wir dann mit unserem gemeinsamen Projekt. Entstanden sind bis dato die Songs: „I’ll never have U alone“ und „Learn to Fly“. Von den Stücken gibt es eine EP, auf der noch weitere Remixe enthalten sind.
RADIO KOSMOS: Du kennst die intensive Zusammenarbeit mit Sänger/innen bestens. Wie stehst Du zu Casting- und Talent-Shows „DSDS“, „Popstars“ oder „MusicStar“?
Carsten Düsener: Ich stehe dem Ganzen sehr kritisch gegenüber. Die jungen Leute werden da total verheizt und lächerlich gemacht. Ich glaube, ein heranwachsender Mensch kann mit diesem enormen Stress und Erfolgsdruck nicht wirklich fertig werden. Sicherlich sind einige Talente dabei, aber die meisten werden vorgeführt. Ich denke, ein an sich ‚gewachsener’ Künstler mit Erfahrung, ist wesentlich erfolgreicher als ein Gecasteter. Das sieht man ja auch bei den TV-Shows. Von den meisten der Kandidaten hört man nach spätestens einem Jahr nichts mehr.
RADIO KOSMOS: Mit welchem Tonstudio-Equipment arbeitest Du vorwiegend?
Carsten Düsener: Aktuell arbeite ich mit einem iMacG5 und Logic Studio, meinem ESQ-1 und einem Emulator II+.
RADIO KOSMOS: Wo hast Du die Studiotechnik und das „Engineering“ erlernt?
Carsten Düsener: Das meiste Knowhow erlernte ich bei meinem damaligen Dortmunder Musiker Kollegen. Den Rest über „Learning by doing“ , durch vieles Nachlesen und Recherchieren im Internet. Praktische Hilfe und Tipps findet man da garantiert immer!
RADIO KOSMOS: Wer sind Deine musikalischen Vorbilder?
Carsten Düsener: Nach wie vor finde ich „Soft Cell“ toll. Sie haben damals schon sehr viel Gefühl und Harmonie in elektronische Musik verpackt. Auch die High Energy Nummern von „Dead or Alive“ oder „Bronski Beat“ sind noch sehr zeitgemäß.
RADIO KOSMOS: Wer übernimmt die Website-Pflege Deiner Künstlerpage.
Carsten Düsener: Die Pflege und den Aufbau meiner Website übernimmt mein Bruder Sascha.

RADIO KOSMOS: Was machst Du in Deiner Freizeit, wenn die Musik mal ruht?
Carsten Düsener: Ich mache gerne Sport, meist Schwimmen und Fitness. Und treffe mich sehr gerne mit Freunden und gehe auch mal Tanzen. Bis zum Jahr 2004 spielte ich insgesamt 12 Jahre aktiv Wasserball. Erst nach mehreren Verletzungen musste ich den Sport aufgeben.
RADIO KOSMOS: Wie stehst Du zu erfolgreichen Groß-Events wie „Loveparade“ oder „Sensation White“? Bist Du da vor Ort?
Carsten Düsener: Auf der Loveparade war ich einige Male, als sie noch in Berlin stattfand. Dieses Jahr kann ich leider nicht teilnehmen, obwohl sie ja in meiner alten Wahlheimat Dortmund startet.
RADIO KOSMOS: Wann und wo gibt es in diesem Jahr „Part of the Art“ live on Stage zu erleben?
Carsten Düsener: Ich selber trete nicht auf, sondern bleibe als Produzent immer im Hintergrund. Helena Miles hat die Ehre, unseren Song „Learn to Fly“ vor großartigem Publikum auf dem CSD in Köln zu performen. Sie spielt unter anderem im Herbst in Frankfurt am Main und in der Hauptstadt Berlin. Für alle, die nicht live vor Ort sein können, bietet sich der Download bei I-Tunes.
RADIO KOSMOS: Welches unvergessliche Live-Erlebnis gab es in Deiner Laufbahn?
Carsten Düsener: Ich hatte 1992 meinen ersten Gesangsauftritt in einem sehr kleinen Club in Dortmund. Es waren nur ca. 50 Zuschauer vor Ort. Ich war so nervös, dass ich kaum sprechen konnte, geschweige denn singen. Erst als die Leute nach dem Gig applaudierten, hörte mein Herzklopfen auf. Trotz der langen Zeit ist es bei mir noch präsent, als wäre es gestern gewesen.
RADIO KOSMOS: Was dürfen wir von „Part of the Art“ in der Zukunft erwarten?
Carsten Düsener: Es gibt da noch einige spannende Projekte, unter anderem mit einem weiteren renommierten Produzenten. Desweiteren wird natürlich die weitere Zusammenarbeit mit Helena Miles intensiviert. Ich werde Euch sicherlich auf dem Laufenden halten!
Wir bedanken uns für das Interview und wünschen Dir weiterhin viel Erfolg bei Deiner künstlerischen Laufbahn! Dein RADIO KOSMOS - "it´s all about music“- Team!
Mehr Informationen findest Du unter
- http://www.partoftheart.de
- http://www.apple.com/de/search/ipoditunes/?q=partoftheart
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